Act 5 - DO YOUR PART 5. AKT

DO YOUR PART SCHOOL OF DOODLE

Für Jugendliche ist das Internet ein Ort von trauriger Berühmtheit, aber das hat sich der Gründung der School of Doodle geändert. School of Doodle lädt junge Frauen ein, eine Bindung einzugehen, Mut zur Kreativität zu zeigen und sich zur weiblichen Solidarität zu bekennen, ohne von der Vorstellung erdrückt zu werden, dass ihr Leben ins Schaufenster gerückt ist.

Im Laboratorium der School of Doodle in Nassau auf den Bahamas ist die Liste der Themen an der Tagesordnung alles andere als kurz. Samia McClain, eine Sechzehnjährige vor Ort und eine der ersten Promotorinnen des Laboratoriums, hat erklärt, dass dieser Tag, der der Umsetzung der kreativen Ideen der Mädchen gewidmet ist, das Ziel hat, sich von den „kleinen Dingen freizumachen, die uns wütend machen“. Aber was könnten diese „kleinen Dinge“ für Jugendliche im Jahr 2016 sein? „Rassismus, Mikroaggressionen, ein frauenfeindliches Gesellschaftsbild, ungleiche, durch die Verfassung vorgegebene Rechte der Frauen, Genderrollen und eine offensichtlich oligarchische Aufteilung des Reichtums“, zählt Samia auf. Lauter Dinge, die sich nicht von einem Tag auf den anderen beheben lassen.

Die lange Liste der Ungerechtigkeiten, mit denen die jungen Frauen auf der ganzen Welt zu kämpfen haben, erschreckt keines der Mitglieder (fast alles Jugendliche) und schon gar nicht die Botschafterinnen, Mentorinnen oder Mitglieder der School of Doodle, einer relativ neuen Institution, in der junge Frauen einander begegnen können und durch kreative Betätigung eine Bindung eingehen können. In Wirklichkeit sehen diese Mädchen einander als willkommene und überwindbare Herausforderung an. “Ich habe die Möglichkeit, jungen Frauen zu helfen, ihre beste Seite ans Licht zu kehren und im weiteren Sinn bessere Staatsbürgerinnen zu werden. Also im Prinzip das zu tun, woran die Schulen gescheitert sind“, erklärt Samia

Was steckt also hinter dieser harmonischen Utopie, junge Frauen zur Selbstverantwortung zu veranlassen und woher kommt sie? Ist das wirklich eine Schule? Oder nur eine Freizeiteinrichtung? Eigentlich keines von beiden. Es ist eine Online-Plattform, an der man kreative Ideen veröffentlichen und teilen kann, angefangen von visual art, Dichtung, Musik oder was jungen Menschen auch immer in den Sinn kommen mag. Sie ist sowohl online als auch offline verfügbar und die Anzahl der TeilnehmerInnen steigt kontinuierlich an. Die geistige Mutter dieser vor zwei Jahren gegründeten Einrichtung ist Molly Logan, die die ersten beiden Monate des Projekts als „unglaublich, stressig und tödlich“ bezeichnet und gleich beim ersten Schlag 100.000 Dollar eingesammelt hat. Die Schule hat im April 2016 ihre Pforten geöffnet und sofort die Verbindung zwischen den Mitgliedern und Botschafterinnen weltweit gefestigt. „Für uns war es von allem Anfang an wichtig, dass die Schule während des Sommers dank der Mitarbeit unserer treuesten Mädchen wachsen kann“, berichtet Logan. „An unserem Laboratorium nehmen Mädchen aus der ganzen Welt teil; wir starten gerade ein großes Projekt in Indien, das von einer Zwanzigjährigen organisiert wird, die uns über Facebook kontaktiert hat: Es sind 12 Editors auf der Suche, um eine Serie von Events zu decken, von der nationalen demokratischen Convention bis hin zu Olympiaden für Snapchat“. Es ist unglaublich, was eine Gruppe von Mädchen alles machen kann, wenn sie nur die Möglichkeit dazu hat. Und sicher ist es kein Fehler, dass Prominente wie Kim Gordon, Yoko Ono, Wangechi Mutu und eine Gruppe weiterer Mentorinnen die Mädchen zum Weitermachen anspornt.

“Ich habe persönlich festgestellt, wie wichtig diese Plattform ist, weil sie die weibliche Positivität und Solidarität stärkt, zwei Elemente, an denen es in unserer heutigen Gesellschaft gewaltig mangelt“, schrieb mir Zoë Rabbani, Botschafterin und Editor in England, in einem Email. Nachdem die School of Doodle sich an die weibliche Bevölkerung wendet, ist sie meiner Meinung nach frei von Druck, dem viele Jugendliche in den sozialen Netzwerken ausgesetzt sind“. Was hält die Mädchen davon ab, ihre Kunst und ihre Expressivität frei zu veröffentlichen? “Wenn wir an Tumblr oder Facebook denken, ist immer das Element der Konkurrenz vorhanden. Auf Doodle hingegen hat man das Gefühl, dass alle sehr positiv und solidarisch eingestellt sind, vom gemeinsamen Gedanken getragen, einer Community anzugehören, die absolut nichts Aggressives an sich hat“, erklärt sie weiter. “Das ist das Ergebnis der soliden Basis der Grundsätze, auf dem sich Doodle seit allem Anbeginn an stützt: die gegenseitige Unterstützung, die eine Schwester ihrer Mitschwester leistet”. Es gibt einige Bereiche der School of Doodle, die nur Jugendlichen vorbehalten sind, eine Community hinter geschlossenen Türen, wo die Mädchen wachsen und aufblühen können. Wer keine Konkurrenz mag, kann sich hier dem Druck und dem Stress entziehen, um jeden Preis Erfolg haben zu müssen.

“Das ist das Ergebnis der soliden Basis der Grundsätze, auf dem sich Doodle seit allem Anbeginn an stützt: die gegenseitige Unterstützung, die eine Schwester ihrer Mitschwester leistet”.

Die „schwesterliche Verbundenheit“, von der Rabbani spricht, wurde von Anfang an durch eine Serie von weltweit organisierten Workshops unterstützt, der sogenannten Doodle Workshop Tour. An dieser Tour hat auch die neunzehnjährige Rhiannon Blossom teilgenommen, die Begründerin bereichsübergreifender Ideen, um der Stimme der Transgender-Jugend mit nicht binären Geschlechtsidentitäten im Gebiet von Vancouver Gewicht zu verleihen; ihr Weg führte sie von London über LA bis nach Nassau, wo sie McClain und seine Kindheitsfreundin Simone Cambridge trafen.

„Das ganze Gebiet ist vollgeklebt mit Postern von Frauen, die uns inspiriert haben, Collagen von Gesichtern, die aus Ausschnitten der Zeitschrift Dazed zusammengesetzt sind. Ich habe ein Forum von Kreativen vor Ort geleitet. Wir haben eine Life-Performance organisiert und einen kurzen Film gezeigt“, berichtet Frau Cambridge. “Die Möglichkeit, über die School of Doodles mit Mädchen und Frauen in Kontakt zu kommen und mich mit ihnen auszutauschen, ist ein starker Ansporn für die Umsetzung meiner Ziele“. Rhiannon hat mir gesagt, dass es ihr genauso gegangen war. „Wenn Du jung bist und ‘wie ein Mädchen aussiehst’ – was zum Teufel das auch immer bedeuten mag – wirst Du ständig genau beobachtet und was immer Du auch machst, wird nicht ernst genommen”, bestätigt sie. “Die School of Doodle hat mir das Gefühl vermittelt, wichtig und etwas wert zu sein”.

Auf welche Weise wird also die School of Doodle weiterhin junge Frauen ermutigen, sich wichtig und kostbar zu fühlen? Was müssen die Mädchen tun, um diesen Weg weiter zu beschreiten? Logan meint beispielsweise, dass dies nicht allzu schwer sein würde. Denn schlussendlich sind es die Mädchen selbst, die die Community vom ersten Tag an gestützt und gefördert haben. „Diese Generation – sie nennt sich Gen Z – ist unglaublich“, sagt sie. „Es sind leidenschaftliche, engagierte, ehrgeizige und optimistische Menschen, aber was am wichtigsten ist: sie sind wütend. Und das ist die beste Kombination, die ich kenne, um eine tatsächliche Änderung zu bewirken“. Aber kann eine solche Änderung einfach über eine Online-Community für Kunstinteressierte umgesetzt werden? „Diese Mädchen sind bereit, sich die Ärmel aufzukrempeln und die unendlich vielen Fehlentwicklungen zu begradigen, die heute bestehen. Weniger Worte, mehr Taten. Streng genommen sind sie „zarte Selen in Kampfanzügen“. Je fester ihre Beziehungen werden, desto stärker wird ihre Wirkung sein.

“Ich habe persönlich festgestellt, wie wichtig diese Plattform ist, weil sie die weibliche Positivität und Solidarität stärkt, zwei Elemente, an denen es in unserer heutigen Gesellschaft gewaltig mangelt”.

Deshalb ist der Schlachtruf der School of Doodle der oft zitierte Slogan „BE LOUD” (ERHEBE DEINE STIMME). Für jedes Mädchen hat das eine andere Bedeutung. Für Cambridge bedeutet das, „sich selbst ehrlich und ohne Scham zu zeigen“. Für McClain ist es „eine Machtbestätigung und auch ein wenig Mantra, um seinen Mut hervorzuholen“. Amanda Gorman, die achtzehnjährige Autorin und jüngste Absolventin der Los Angeles Youth Poets, hat mir drei verschiedene Antworten gegeben, bevor sie sich für eine Definition entschieden hat. „Heute erfasse ich den Sinn durch Intuition, weil ich bei der School of Doodle bin, aber ich muss das nur selten nach außen hin zeigen“, so ihre Erklärung nach den beiden anderen, spontanen Antworten. „Erhebe Deine Stimme” bedeutet, mit aller Kraft man selbst zu sein“ bestätigt sie und ist überzeugt, mit diesen Worten die richtige Interpretation gefunden zu haben. Und noch dezidierter: „Seine Stimme zu erheben, bedeutet, mit aller Kraft man selbst zu sein“. Zweifellos wären auch die beiden anderen Botschafterinnen von Doodle mit dieser Definition einverstanden gewesen.

Dayna Evans ist eine der Chronistinnen des TCut des New York Magazine. Früher hat sie für Gawker, die Online-Version des New Yorker, Jezebel und Serious Eats geschrieben und ihre Beiträge sind in den verschiedensten Zeitschriften erschienen, darunter im Magazin Flaunt. Sie lebt in Brooklyn, NY.

Megan Cullen ist eine in Los Angeles lebende australische Regisseurin und Fotografin. Ihre visuelle Annäherung schafft einen ehrlichen Standpunkt über eine direkte Aufnahmetechnik. Ihre Arbeiten, in denen die Umrisse zwischen Phantasie und Realität verschwimmen, sind mehrdeutige Experimente und auch ein dokumentarisches Zeugnis des modernen Lebens.

Do Your Part wurde von
Ray-Ban Optical präsentiert

Sehen Sie sich die RAY-BAN OPTICAL

Diese Seite benutzt Cookies, die Ihnen ein optimales Einkaufserlebnis ermöglichen. Ich stimme der Nutzung von Cookies zu Mehr Info.